RSV: gravidanza / bambini

Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) treten saisonal gehäuft vom Spätherbst bis ins Frühjahr auf. Zum Schutz von Neugeborenen und Säuglingen vor RSV während ihres ersten Winterhalbjahrs empfehlen EKIF und BAG entweder die maternale Impfung während der Schwangerschaft oder die passive Immunisierung des Säuglings mit monoklonalen Antikörpern.

Zielgruppen und Schemata

ZielgruppeImpfschema / Schema passive Immunisierung
Schwangere
32+0 bis 36+0 SSW 
1 Impfdosis 

maternale Impfung*  
Neugeborene 
und Säuglinge 
im 1. Lebensjahr
Neugeborene 
geboren von Oktober bis März
1 Dosis monoklonale Antikörper
in der 1. Lebenswoche oder so bald wie möglich danach

 
Säuglinge 
geboren von April bis September
1 Dosis monoklonale Antikörper
im Oktober oder so bald wie möglich danach
Kinder im 2. Lebensjahr mit erhöhtem Risiko

- Frühgeborene 
- bei Grunderkrankungen 

Details: siehe publizierte Impfempfehlung
1 Dosis monoklonale Antikörper

vor ihrem zweiten Winterhalbjahr, im Oktober oder so bald wie möglich danach

*  Basisimpfung


 

Algorithmus zur maternalen RSV-Impfung, bzw. zur RSV-Immunisierung von Kindern im ersten Lebensjahr 
Quelle: BAG Bulletin / Impfplan

In der Schweiz zugelassene Präparate 

Stand: September 2026

 

Beyfortus®

ab Geburt bis 24 Monate

monoklonaler Antikörper Nirsevimab
 

Enflonsia®

ab Geburt bis 12 Monate

monoklonaler Antikörper Clesrovimab

Abrysvo®

ab 18 Jahren

rekombinanter Proteinimpfstoff
bivalent, nicht-adjuvantiert

Impfreaktionen und unerwünschte Impferscheinungen (UIE)

Die Verabreichung einer Einzeldosis in der Schwangerschaft hat sich für Mutter und Kind als sicher erwiesen. Die bisherige Evidenz zeigt kein erhöhtes Risiko für Frühgeburten. Die Impfung wird in der Regel sehr gut vertragen.

Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen bei schwangeren Frauen zwischen der 24. und 36. Schwangerschaftswoche waren Schmerzen an der Injektionsstelle (41%), Kopfschmerzen (31%) und Myalgie (27%). Die Mehrzahl der lokalen und systemischen Reaktionen bei den teilnehmenden Müttern waren leicht bis mittelschwer und klangen innerhalb von 2-3 Tagen nach dem Auftreten ab. 
Weitere Informationen finden sich in der publizierten Impfempfehlung von EKIF und BAG. 

Die ausführliche Dokumentation von möglichen Impfreaktionen und unerwünschten Impferscheinungen im Rahmen der Zulassung finden Sie auf Swissmedicinfo-pro.

Die Meldung von UIE-Verdachtsfällen erfolgt über das Elektronische Vigilance-Meldeportal (ElViS) von Swissmedic.

Non Pharmaceutical Interventions (NPI)

Ergänzende Hygiene- und Verhaltensempfehlungen können das Risiko einer Ansteckung reduzieren: zum Beispiel regelmässiges Lüften, das Tragen einer Maske in Innenräumen und gründliches Händewaschen oder Desinfizieren. 

Fragen und Antworten

Weshalb wird die RSV-Immunisierung im Winterhalbjahr empfohlen?open

RSV ist im Winter der häufigste Hospitaliserungsgrund bei Säuglingen. Mit einer Immunisierung kann der Grossteil der schweren RSV-Erkrankungen und Hospitalisationen verhindert werden, und diejenigen Säuglinge, die dennoch erkranken sind weniger schwer und weniger lang krank. In der ambulanten und stationären pädiatrischen Gesundheitsversorgung können so Überlastungen reduziert werden.

Wahl zwischen maternaler Impfung und monoklonalen Antikörpern: Wird eine der zwei Methoden bevorzugt?open

Die beiden Methoden zum Schutz von Säuglingen vor RSV (die maternale Impfung und die Antikörpergabe) werden als gleichwertig betrachtet.

Für gesunde Neugeborene ist keine zusätzliche Immunisierung nötig, wenn die Mutter in der Schwangerschaft gegen RSV geimpft wurde.  

In bestimmten Fällen sollen Säuglinge zusätzlich mit Antikörpern geschützt werden, z. B. bei Immunschwäche der Mutter, Frühgeburt vor der 37. Schwangerschaftswoche, oder falls die Impfung der Mutter weniger als 14 Tage vor der Geburt erfolgt ist.

Wichtig für eine hohe Schutzwirkung der maternalen Impfung ist die rechtzeitige Gabe im Verlauf der Schwangerschaft: Das empfohlene Zeitfenster liegt zwischen 32+0 und 36+0 SSW, idealerweise mehr als 5 Wochen vor der Geburt.

Sollen Kinder, die bereits eine RSV-Infektion hatten, Antikörper erhalten?open

Säuglinge, die in der laufenden RSV-Saison bereits eine RSV-Infektion hatten, sollen in aller Regel keine Immunisierung mit monoklonalen Antikörpern erhalten. Ausnahme sind Kinder bis 24 Monate mit sehr schwerer Immunschwäche oder anderen sehr schweren Vorerkrankungen: Hier ist im Einzelfall zu entscheiden.

Soll die RSV-Immunisierung wiederholt werden?open

Nein, in der Regel braucht es nur eine einmalige Dosis Antikörper. Säuglinge haben in ihrer ersten RSV-Saison das höchste Risiko für einen schweren Verlauf – besonders in den ersten 6 Lebensmonaten. Kinder, die schon eine RSV-Saison erlebt haben, sind meist schon mit RSV-Viren in Kontakt gekommen und sind dadurch besser geschützt.

Kinder mit hohem Risiko, schwer an RSV zu erkranken, sollen auch vor ihrer zweiten RSV-Saison nochmals eine Antikörper-Gabe erhalten. Dazu gehören Kinder mit bestimmten Herz-, Lungen- oder Nervenkrankheiten, Immunschwäche sowie Kinder mit Trisomie 21 oder weiteren Chromosomenanomalien und frühgeborene Kinder (vor der 33. Schwangerschaftswoche).

Wer trägt die Kosten für die RSV-Impfung/-Immunisierung?open

Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen in Apotheken finden Sie auf der BAG-Webseite «Massnahmen der Prävention»

Historie der Impfempfehlung

2024 (November)
Impfempfehlungen gegen RSV-Erkrankungen, inklusive für die maternale Impfung während der Schwangerschaft

2024 (Januar)
Empfehlungen zur Immunisierung mit Nirsevimab

2012
Eine Studie (Magro M. in: Proc. Natl Acad. Sci) beschreibt erstmalig die Existenz von prä-fusionellen F-spezifischen Antikörpern und ihren essenziellen Beitrag zur RSV-Neutralisierung.

Historie der Impfempfehlung

2024 (November)
Impfempfehlungen gegen RSV-Erkrankungen, inklusive für die maternale Impfung während der Schwangerschaft

2024 (Januar)
Empfehlungen zur Immunisierung mit Nirsevimab

2012
Eine Studie (Magro M. in: Proc. Natl Acad. Sci) beschreibt erstmalig die Existenz von prä-fusionellen F-spezifischen Antikörpern und ihren essenziellen Beitrag zur RSV-Neutralisierung.


1956
Entdeckung (erstmalige Isolierung und Beschreibung) des Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV)