Zielgruppen und Schemata

Algorithmus zur maternalen RSV-Impfung, bzw. zur RSV-Immunisierung von Kindern im ersten Lebensjahr
Quelle: BAG Bulletin / Impfplan
In der Schweiz zugelassene Präparate
Impfreaktionen und unerwünschte Impferscheinungen (UIE)
Die Verabreichung einer Einzeldosis in der Schwangerschaft hat sich für Mutter und Kind als sicher erwiesen. Die bisherige Evidenz zeigt kein erhöhtes Risiko für Frühgeburten. Die Impfung wird in der Regel sehr gut vertragen.
Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen bei schwangeren Frauen zwischen der 24. und 36. Schwangerschaftswoche waren Schmerzen an der Injektionsstelle (41%), Kopfschmerzen (31%) und Myalgie (27%). Die Mehrzahl der lokalen und systemischen Reaktionen bei den teilnehmenden Müttern waren leicht bis mittelschwer und klangen innerhalb von 2-3 Tagen nach dem Auftreten ab.
Weitere Informationen finden sich in der publizierten Impfempfehlung von EKIF und BAG.
Die ausführliche Dokumentation von möglichen Impfreaktionen und unerwünschten Impferscheinungen im Rahmen der Zulassung finden Sie auf Swissmedicinfo-pro.
Die Meldung von UIE-Verdachtsfällen erfolgt über das Elektronische Vigilance-Meldeportal (ElViS) von Swissmedic.
Epidemiologie
Weitere Informationen
Non Pharmaceutical Interventions (NPI)
Ergänzende Hygiene- und Verhaltensempfehlungen können das Risiko einer Ansteckung reduzieren: zum Beispiel regelmässiges Lüften, das Tragen einer Maske in Innenräumen und gründliches Händewaschen oder Desinfizieren.
Fragen und Antworten
01Weshalb wird die RSV-Immunisierung im Winterhalbjahr empfohlen?
RSV ist im Winter der häufigste Hospitaliserungsgrund bei Säuglingen. Mit einer Immunisierung kann der Grossteil der schweren RSV-Erkrankungen und Hospitalisationen verhindert werden, und diejenigen Säuglinge, die dennoch erkranken sind weniger schwer und weniger lang krank. In der ambulanten und stationären pädiatrischen Gesundheitsversorgung können so Überlastungen reduziert werden.
02Wahl zwischen maternaler Impfung und monoklonalen Antikörpern: Wird eine der zwei Methoden bevorzugt?
Die beiden Methoden zum Schutz von Säuglingen vor RSV (die maternale Impfung und die Antikörpergabe) werden als gleichwertig betrachtet.
Für gesunde Neugeborene ist keine zusätzliche Immunisierung nötig, wenn die Mutter in der Schwangerschaft gegen RSV geimpft wurde.
In bestimmten Fällen sollen Säuglinge zusätzlich mit Antikörpern geschützt werden, z. B. bei Immunschwäche der Mutter, Frühgeburt vor der 37. Schwangerschaftswoche, oder falls die Impfung der Mutter weniger als 14 Tage vor der Geburt erfolgt ist.
Wichtig für eine hohe Schutzwirkung der maternalen Impfung ist die rechtzeitige Gabe im Verlauf der Schwangerschaft: Das empfohlene Zeitfenster liegt zwischen 32+0 und 36+0 SSW, idealerweise mehr als 5 Wochen vor der Geburt.
03Sollen Kinder, die bereits eine RSV-Infektion hatten, Antikörper erhalten?
Säuglinge, die in der laufenden RSV-Saison bereits eine RSV-Infektion hatten, sollen in aller Regel keine Immunisierung mit monoklonalen Antikörpern erhalten. Ausnahme sind Kinder bis 24 Monate mit sehr schwerer Immunschwäche oder anderen sehr schweren Vorerkrankungen: Hier ist im Einzelfall zu entscheiden.
04Soll die RSV-Immunisierung wiederholt werden?
Nein, in der Regel braucht es nur eine einmalige Dosis Antikörper. Säuglinge haben in ihrer ersten RSV-Saison das höchste Risiko für einen schweren Verlauf – besonders in den ersten 6 Lebensmonaten. Kinder, die schon eine RSV-Saison erlebt haben, sind meist schon mit RSV-Viren in Kontakt gekommen und sind dadurch besser geschützt.
Kinder mit hohem Risiko, schwer an RSV zu erkranken, sollen auch vor ihrer zweiten RSV-Saison nochmals eine Antikörper-Gabe erhalten. Dazu gehören Kinder mit bestimmten Herz-, Lungen- oder Nervenkrankheiten, Immunschwäche sowie Kinder mit Trisomie 21 oder weiteren Chromosomenanomalien und frühgeborene Kinder (vor der 33. Schwangerschaftswoche).
05Wer trägt die Kosten für die RSV-Impfung/-Immunisierung?
Informationen zur Kostenübernahme von Impfungen und Impfstoffen in Apotheken finden Sie auf der BAG-Webseite «Massnahmen der Prävention»
